URLs ein Auslaufmodell

Okt 26

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Immer deutlicher kristallisiert sich derzeit ein Trend über die zukünftige Benutzung des Internets ab. Dabei werden die Internet-Adressen an Relevanz verlieren und durch Such-Querys bzw. Stichwörter ersetzt werden. In der Praxis ist diese Entwicklung in einigen Anwenderschichten bereits angekommen: Nicht bei den Netz-Nerds, sondern zumeist bei denn »Internet-Anfängern«. Wenn ich zum Beispiel meine Eltern beim benutzen des Internets beobachte, stelle ich fest, dass diese ihre Ziel-Adresse nicht in das Adress-Feld in ihrem Browserfenster eingeben, sondern in die Suchbox der Google-Startseite. Dieses »Phänomen« wird in Zukunft allgemeingültig werden. Zudem wird die Eingabe der Ziel-Adresse immer reduzierter und vereinfacht werden.

Dieser Trend wird in Zukunft verstärkt von den Entwickler der Browser aufgegriffen werden: Google ist hier bereits Vorreiter und hat in seinem neuen Browser »Chrome« das Adressfeld bereits durch ein multifunktionales Suchfeld mit der Bezeichnung »Omnibox« ersetzt. Mit diesem Suchfeld lassen sich nicht nur Querys an die eingestellte Suchmaschine absetzen, sondern Websites können auch direkt angesteuert werden:

Die Omnibox im Chrome Browser

Je stärker sich Google mit seinem Browser am Markt durchsetzen kann, desto schneller wird sich der Trend weiter beschleunigen.

Natürlich werden wir auf die Internet-Adressen nicht komplett verzichten können. Sie werden weiterhin sehr wichtig für die Funktionsfähigkeit des Internets und die Bewertung der Relevanz für Suchmaschinen sein. Ich denke auch nicht, dass die Internet-Adresse in der Kommunikation und bei den Anwendern von heute auf morgen verschwinden werden. Sie werden uns noch eine recht lange Zeit erhalten bleiben. Eher wird alles was nach dem Slash und vor dem ersten Punkt kommt, durch einfach zu merkende Suchbegriffe abgelöst werden.

In Japan ist diese Entwicklung bereits Realität: In der Werbung wird nicht mehr die URL eines Produktes oder Unternehmens in den Vordergrund gestellt, sondern eine Such-Query, die in einer Suchbox dargestellt ist. Dies ist für den Rezipienten wesentlich einfacher zu merken. Zusätzlich kommt in Japan natürlich noch der erhöhte Abstrationsbedarf von lateinischen Buchstaben in in den URLs bei dieser Entwicklung zum Tragen.

suchfelder.jpg
Bild ausgeliehen bei Cabel’s Blog Lol.

Bei dieser Entwicklung wächst erneut die Bedeutung von Suchmaschinen und damit die Entscheidung darüber, was im Internet vorhanden ist. Das erhöht wiederum die Gefahr, dass gezielt Informationen unterdrückt und zensiert werden können: Sei es bewusst oder unbewusst. Bei der Bewerbung der Suchprahsen gibt es zudem die Problematik, das sichergestellt werden muss, dass die gewünschte Website mit der dargestellten Phrase auf Anhieb gefunden wird: Die Website muss also auf Platz eins stehen. Diese Tatsache kann auch von den Mitbewerbern ausgenutzt werden, um Interessenten auf die eigene Website zu locken.

Die Entwicklung dass Suchphrasen für den täglichen Internet-Gebrauch immer wichtiger werden, wird nicht aufzuhalten sein. Wir sollten uns jedoch auch den Gefahren und Risiken für werbende Unternehmen bewusst werden, wie natürlich auch den Vorteilen für die Anwender. Die Aufgabe, dass Informationen aufgerufen werden können, wird in Zukunft auf immer weniger Schultern verteilt sein.

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Der Autor

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Ich bin Christian Beier, 25, ausgebildeter Mediengestalter, Usability-Experte und Ruby on Rails Entwickler aus Potsdam/Berlin.
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In diesem Weblog schreibe ich über Webdesign, Webdevelopment, Social Media, Usability und auch etwas über die Fotografie.

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