Fotovermarktung, ein Leidthema

Jun 29

Achtung: Dieser Beitrag ist schon etwas älter.
Es kann sein, dass sein Inhalt nicht mehr aktuell ist, Links veraltet sind oder dass auch niemand mehr auf neue Kommentare antwortet.

Heute habe ich wieder gespürt, warum ich meine Fotorechte lieber über Agenturen vermarkten lasse. Zwar behalten Agenturen meist 50% von den Lizenzkosten der Fotos, dafür hat der Fotograf selber erheblich weniger Aufwand und muss sich nicht mit unfähigen Kunden herumärgern. So hat er mehr Zeit für das eigentlich Wichtige – die Fotografie.

Vor ein paar Tagen habe ich von der Stadtverwaltung Potsdam (Fachbereich Kultur und Museum) eine Bildanfrage per E-Mail erhalten. Die Anfrage selber war ziemlich schwamig formuliert und spätere Gespräche haben gezeigt, dass der Herr der sich um die Sache kümmern sollte damit wohl ziemlich überfordert war. Nach einer ausreichend großen und umständlichen E-Mail-Konversation habe ich ihm nun gestern Nacht noch ein Angebot geschickt. Heute kam die Absage, welche ich eigentlich auch erwartet hatte. Ihm war der Preis von 100 Euro pro Bild (50 Euro Lizenz der Rest Druck und Rahmung) wohl zu hoch.

Insgesamt war es wieder ein Fall wo man definitiv und vielleicht auch aus Nettigkeit zu viel Zeit reininvestiert hat. Das nächste Mal gibt es nur noch eine klare Preisansage für die Lizenz und der Rest interessiert mich nicht mehr. Schade dann nur um die Interessenten, die es auch ernst meinen.

Interessant finde ich auch die Begründung bei der Absage:

Leider muss ich Ihnen jedoch mitteilen. dass wir Bilder aus unserem umfangreichen Archiv und unseren Aussenstellen benutzen werden. Daher können Ihre Bilder leider nicht berücksichtigt werden. (Markierung von mir)

Warum nehmen sie den eigentlich nicht gleich ihre eigenen Bilder? Ein anderer Kollege hat heute auch eine ähnliche Absage erhalten. Auch er war mit dieser Sache beschäftigt. Die Absage kam nachdem er sagte, dass auch seine Bilder nicht kostenlos erhältlich wären. Die drei, vier Bilder, die als kostenlose Leihgaben gedacht waren, wollte die Stadtverwaltung noch haben. Er hat dankend abgelehnt.

Bei manchen Leuten frage ich mich echt, ob sie überhaupt den Wert eines Fotos einschätzen können und mit den 50 Euro für die Drucklizenz war ich schon sehr billig. Aber das ist jetzt wieder ein Thema, was einen ganzen Abend füllen könnte…

Abonniere den RSS-Feed für weitere Webdesign Tutorials und Artikel.

Tags: ,

Artikel bei del.icio.us speichern, Kommentar-Feed, Trackback-URL

Bisher 2 Kommentare

Avatar des Kommentators Christian 29 Jun 06

Hi Christian!

Nein, die Leute können den Wert eines Fotos nicht einschätzen! Die verwechseln professionelle Fotografie mit ihrer privaten Knipserei. Das ist im übrigen bei fast jedem digitalen Produkt so: Websites, Software, Games, Musik. Jedes mal wird ausser acht gelassen das jemand die Arbeit gehabt hat. Außerdem ist ja im Internet alles umsonst ähm… kostenlos :-)

Avatar des Kommentators Axel 30 Jun 06

An der Küste werden Menschen, die versuchen, einem auf dummdreiste Weise etwas auf- bzw. abzuschwatzen, als Fischbürger bezeichnet.
Wie man sieht, kann es einen auch im preußisch-korrekten Potsdam erwischen.

Wir gratulieren daher dem Mitarbeiter aus dem Kulturamt zum “Fischbürger der Woche”.

Herzlichen Glückwunsch!

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtfeld

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Der Autor

Bild des Autors Christian Beier

Ich bin Christian Beier, 23, ausgebildeter Mediengestalter, Usability-Experte und Ruby on Rails Entwickler aus Potsdam/Berlin.
Mehr zur Person …

In diesem Weblog schreibe ich über Webdesign, Webdevelopment, Social Media, Usability und auch etwas über die Fotografie.

Tags

Aktuelle Beiträge

Aktuelle Kommentare

Twitternachrichten